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8. März 2021
Autor: Michael
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Allgemeine Auswirkungen

Das Corona-Virus macht an den Türen der prüfenden Kammer sicherlich nicht Stopp, nur weil an der Tür zum Prüfungsraum ein Schild mit der Aufschrift “Prüfung – nicht stören” hängt.

Zunächst wurden alle Kammerprüfungen in der ersten Corona-Welle verschoben, ausgesetzt oder sind entfallen. Ab Mai nahmen die Kammern die Prüfungstätigkeit wieder auf – unter Berücksichtigung der Hygieneregeln, Corona-Prävention und rechtlichen Vorgaben:

  • (Sozialer) Abstand zwischen den Prüfern untereinander, Prüfgremium und Prüfling sowie zwischen Ausbilder und Auszubildenden in der praktischen Präsentation
  • Mund-Nasen-Schutz, Desinfektionsmittel, Plexiglaswände, Lüften, etc.
  • Empfehlung der Präsentation als die praktische Unterweisung
  • (Abstand zwischen den Prüfungsteilnehmern in der schriftlichen Prüfung war bereits vor der Pandemie gegeben, um das Abschreiben verhindern zu können.)
  • Weitere Maßnahmen, wie an die jeweilige Örtlichkeit angepasste Hygienekonzepte

Corona-Auswirkungen auf die Prüfung

Zugegeben, es ist für so manchen noch immer gewöhnungsbedürftig, die Maske während der Prüfung zu tragen. Auch eine durchsichtige Plexiglasscheibe, die in schützender Funktion und guter Absicht aufgestellt ist, wirkt manchmal mehr als eine Art Mauer zwischen Prüfern und Prüfling.

Aber weitere Konsequenzen für die Prüfungen sind mir persönlich nicht bekannt. Die Inhalte der Handlungsfelder sowie der zwei Arten der Präsentation sehen “Corona” nicht als Themengebiet vor. Jedoch kann das Virus genutzt werden, um Fragen zu formulieren bzw. auf eine Frage hin- oder überzuleiten.

Bsp.: Sie haben in Ihrer Unterweisung zum Thema XY das gezeigte Vorgehen gewählt. Berücksichtigt man die Auswirkungen von Corona – welche anderen Medien oder Materialien könnten Sie für diese Unterweisung alternativ wählen?

Was kann der Prüfling beitragen?

Gemäß den Regelungen in der AEVO steht es dem Prüfungsteilnehmer frei, zwischen der Präsentation und der Präsentation einer betrieblichen Ausbildungssituation zu wählen.

  • In diesem Zusammenhang kann der “Präsentation” der Vorzug gegeben werden. Denn der Vortrag vor dem Prüfungsgremium bringt automatisch eine Distanz zum Vortragenden mit sich.
  • Fällt die Wahl auf die “Unterweisung”, dann besteht in diesem Fall die Möglichkeit, ein Thema zu wählen, welches nicht auf engen Kontakt ausgelegt ist. Bsp.: An Stelle des Anlegens eines Impfausweises, dessen Prozess ein enges zusammenkommen erfordert, kann man auch, bspw. als “Medizinische Fachangestellter” das Anlegen einer Patientenakte oder den Versand einer Akte als Unterweisungsthema wählen.

Das Tragen der “Maske” erschwert es den Prüfern, die Gesichtsmimik als non-verbale Kommunikation zu erkennen und zu verstehen. Für den Fall, dass das “Gesichtsschild” nicht zulässig ist, reicht es oftmals, wenn der Unterweisende seine Körperhaltung Richtung des Auszubildenden deutlicher ausrichtet.

Fazit

Wenn jeder seinen Beitrag zur Corona-prävention leistet, dann steht einer fairen und qualitativen Prüfung unverändert nichts entgegen.

Es empfiehlt sich aber trotzdem, im Vorfeld der Prüfung bei der zuständigen Kammer anzufragen, welche Vorgaben in Bezug auf präventive Maßnahmen zu beachten sind oder ob es (zwischenzeitlich) Änderungen im Maßnahmenkatalog gibt.


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